Gangster vom Nesenbach

MoH. Wenn es eine erhellende Erkenntnis aus Kriminalstatistiken gibt, dann die, dass sie eigentlich relativ wenig über die tatsächliche Kriminalität aussagen. Denn erfasst wird vor allem das, wonach (polizeilich) gesucht wird. Gibt es also zum Beispiel weniger Verkehrskontrollen sinkt die Anzahl der Verkehrsdelikte – ohne dass tatsächlich weniger Vergehen begangen würden. Dieser Sachverhalt ist lange bekannt. Umso erstaunlicher ist der mediale Umgang mit den Statistiken. Dem Hinweis auf oben genannte Einschränkung folgt stets ein dickes „aber“, um sodann den Kaffeesatz des polizeilichen Konvoluts förmlich zu zerlesen. So geschehen mit dem aktuellen Kriminalitäts-Ranking der deutschen Großstädte. Im Südwesten nichts Neues – Stuttgart ist nach wie vor eine der „sichersten“ Metropolen in Deutschland. Aber laut Stuttgarter Nachrichten haben die Gangster vom Nesenbach denen in der langjährigen Kriminalitätshauptstadt Frankfurt eines voraus: ihre Brutalität. Am Neckar wird demnach lieber mal zugeschlagen als am Main. Stuttgart, Großstadt zwischen Wald und Reben – oder doch zwischen Hauen und Stechen?

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Über Moritz Heiser

Moritz Heiser studiert Politikwissenschaft an der Universität Leipzig. Der Autor schreibt seit 2002 für verschiedene Publikationen, darunter DIE ZEIT und die Stuttgarter Zeitung. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Politik und Wirtschaft.
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