Wolfgang Schuster tritt ab

OsPo. Wolfgang Schuster (CDU) tritt nach zwei Amtszeiten als Oberbürgermeister Stuttgarts dieses Jahr nicht mehr zur Wahl an. Das ist die Nachricht dieser Woche in Stuttgart. Und es ist, alles in allem, eine erfreuliche: Schusters Verzicht schafft Möglichkeiten für eine neue, zeitgemäße Ausrichtung der Stadtpolitik und die Chance für ein besseres politisches Klima im Stuttgarter Rathaus. So entmachtete er das Volk als Souverän, als er nach einer Kostensteigerung einen eigentlich fälligen Bürgerentscheid unterband und dieses Vorgehen recht zweifelhaft rechtfertigte. Durch sein einseitiges Verhalten in der Debatte um Stuttgart21 erntete Schuster ohnehin viel Kritik. Viele Stuttgarter fühlten sich durch ihr Stadtoberhaupt nicht repräsentiert und man fragte sich, ob hier jemand – ähnlich wie Ex-Ministerpräsident Mappus (CDU) – eher eine private Kampagne durchführt, als im Interesse der Stadt und der Region die Vor- und Nachteile eines Jahrhundertprojekts objektiv zu beurteilen.

Doch nicht alles, was Schuster anfasste, war schlecht. Unter seiner Ägide wurden wichtige Bauprojekte wie die Neue Messe oder das neue Stadtarchiv verwirklicht. Doch immer hatte es den Anschein, als wolle sich da jemand auch ein persönliches Denkmal setzen, wenn Schuster mal wieder öffentlichkeitswirksam Bagger fuhr. Dringend nötige, aber weniger prestigeträchtige Maßnahmen wie die bauliche Modernisierung der maroden Stuttgarter Schulen blieben auf der Strecke. Frei von Eitelkeiten war und ist der Mann also keineswegs. Das machte sich auch in seiner Ankündigung bemerkbar, 2013 nicht erneut anzutreten – die nahm sich streckenweise wie eine Dankesrede nach dem Gewinn eines Academy Awards aus. Man sehe selbst:

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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