Südwesten kippt Studiengebühren

OsPo. Die grün-rote Landesregierung hat beschlossen, dass auch in Baden-Württemberg ab 2012 keine Studiengebühren mehr erhoben werden. Damit können auch an den Stuttgarter Hochschulen ab dem nächsten Sommersemester wieder Studenten aller sozialer Schichten und finanzieller Ausstattung ein Studium aufnehmen beziehungsweise fortsetzen, ohne sich allzu große Sorgen um dessen Finanzierung zu machen und lästige zusätzliche Kredite aufnehmen zu müssen. Dem Grundrecht auf Bildung und dem Gleichheitsgrundsatz wird damit wieder ein wenig mehr Geltung verliehen.

Zwar haben die Studiengebühren laut aktuellen Untersuchungen keine abschreckende Wirkung auf Studienanfänger ausgeübt. Dass durch eine solche Pauschalabgabe jedoch soziale Disparitäten verstärkt werden und sich auf individuelle Entwicklungsmöglichkeiten durchschlagen, ist unbestreitbar. Die leeren Kassen der Universitäten sollten nicht auf Kosten derjeniger gefüllt werden, die oft sowieso schon an der Armutsgrenze leben müssen. Eine vermögens- und einkommensabhängige Abgabe oder eine Aufstockung der Bildungsetats wären richtigere, aber leider auch – vor allem beim gesellschaftlichen und politischen Establishment – unpopuläre Maßnahmen.

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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