Einmal mehr – Lorbeeren für das Stuttgarter Ballett

OsPo. Eines weiteren Beweises des hohen Ansehens, das das Stuttgarter Ballett bei Kulturschaffenden und Publikum genießt, hätte es eigentlich nicht bedurft. Schließlich ist das von Übervater John Cranko ins Leben gerufene Ensemble seit Jahrzehnten eine feste Größe unter den nationalen und internationalen Spitzenhäusern. Ausdruck fand dies unter anderem in der Verleihung des Deutschen Tanzpreises an Direktor Reid Anderson im Jahr 2006. Dass die Qualität seither nicht nachgelassen hat, dokumentiert jetzt die Zeitschrift Tanz. Dieselbe hat das Stuttgarter Ballet zur Kompanie des Jahres gekürt und würdigt damit dessen künstlerische Qualität und die Verdienste um Innovation der oft angestaubt wirkenden Kunstform: Das Stuttgarter Ballett entziehe sich erfolgreich wie keine andere Truppe der eigenen Musealisierung, so die knapp gehaltene Online-Laudatio.

Einmal mehr wird also offenbar, dass der Tanz eines der kostbarsten künstlerischen Juwelen ist, die Stuttgart zu bieten hat. In Zeiten sinkender Bereitschaft zur Kulturförderung bei der öffentlichen Hand wie bei der Wirtschaft ist öffentliche Anerkennung für eine Kulturinstitution natürlich Wasser auf die Fördermühlen. Dabei hätte gerade das Ballett dies, zumindest im Falle Stuttgarts und im Hinblick auf finanzielle Angelegenheiten, gar nicht unbedingt nötig. Zumindest versprach Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus bereits zum 50. Jubiläum im Februar dieses Jahres Unterstützung beim Neubau der angeschlossenen John-Cranko-Schule, einer der international renommiertesten Ballettschulen.

Es ist ein wichtiges Bekenntnis zur Kunst und zu einem kulturellen Alleinstellungsmerkmal Stuttgarts, man kann es nicht oft genug betonen, dass sich die Stadt und das Land um das Ballett kümmern. Dessen Reputation und damit auch der Ruf der Schwabenmetropole als Stadt, in der Künstler sich fruchtbar und lohnend betätigen können, wird durch den Titel der Kompanie des Jahres 2011 sicher nicht geschmälert.

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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