Aufstieg verpasst: Die Kickers bleiben viertklassig

Unter dem Fernsehturm gibt es eine weitere Saison lang nur viertklassigen Fußball für die Kickers. Lediglich die Mannschaft des VfB II trägt hier ihre Heimspiele in der Dritten Liga aus.

OsPo. Die Stuttgarter Kickers haben es nicht geschafft, am letzten Spieltag der Regionalliga noch auf den ersten Platz zu springen, der allein zum Aufstieg in die Dritte Liga berechtigt. Dabei war nebensächlich, dass die Kickers am vergangenen Samstag zu Hause gegen Wormatia Worms nur ein 1:1 erreichten, da Tabellenführer Darmstadt 98 durch einen ungefährdeten Sieg gegen den FC Memmingen ohnehin nicht einzuholen gewesen wäre. Verspielt haben die Blauen den Aufstieg im Heimspiel ausgerechnet gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC bereits vor einem Monat, als es ebenfalls nur für ein Unentschieden reichte.

Das ändert nichts daran, dass die Kickers eine überragende Rückrunde gespielt haben und man also getrost optimistisch in die Zukunft blicken darf. Schaffen es die Mannschaft und Trainer Dirk Schuster die starke Form zu konservieren, dürften sie auch nächste Saison ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitzureden haben. Dass dies dem Stuttgarter Sport guttäte, ist wohl unbestreitbar. Gerade die Aussicht auf Stadtderbys gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart lässt die Herzen der Fußballbegeisterten höher schlagen: Die Blauen gegen die Roten, Degerloch gegen Cannstatt – diese Duelle haben den Stuttgarter Fußball jahrzehntelang geprägt. Die durch den sportlichen Niedergang der Kickers mittlerweile in den Hintergrund getretene Rivalität wäre bei einem Aufstieg schnell wiederbelebt.

Mittelfristig muss das Ziel bei den Kickers ohnehin die Rückkehr in höhere Spielklassen sein. Stuttgart mit seinem sport- und fußballbegeisterten Publikum, seiner glänzenden Infrastruktur und dem wirtschaftlichen Potenzial der Region bietet ohne Frage die Voraussetzungen, um mehr als einen Bundesligaklub zu stellen. Und mit seiner stolzen Tradition und einer zahlreichen und engagierten Anhängerschaft hat der Verein auch qua Selbstverständnis andere Ambitionen als die Regionalliga. Doch das ist Zukunftsmusik, auch wenn man in Degerloch auf dem richtigen Weg zu sein scheint. Viel näher als diese Visionen liegt unterdessen das nächste Derby: Am 13. Juli treffen der VfB und die Kickers im Rahmen eines Testspiels aufeinander. Für die Fans der Blauen dürfte das jedoch kein Ersatz für die Spiele unter Wettbewerbsbedingungen gegen den VfB II sein, die bei einem Aufstieg gewunken hätten.

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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