Mal was ‚Neues‘ – stuttgarter-tagblatt.net

Die Stuttgarter Presselandschaft zeichnet sich durch mehr Vielfalt aus, als  das in vergleichbaren Großstädten der Fall ist. Doch sie hat auch ihre Schwächen. Die beiden Platzhirsche Stuttgarter Zeitung (StZ) und Stuttgarter Nachrichten (StN) teilen sich die regionale Berichterstattung, kommentieren bisweilen bieder und ohne Angriffslust. Um dieser Situation Abhilfe zu schaffen, wurde im vergangenen Herbst das Stuttgarter Tagblatt (StT) aus der Taufe gehoben. Doch halt – Stuttgarter Tagblatt, gab es das nicht schon?

Vor dem Krieg wurde der Tagblatt-Turm in Stuttgart als Leuchtturm der freien Presse errichtet. Foto: Bundesarchiv, Bild 102-00543 / CC-BY-SA

Das Stuttgarter Neue Tagblatt, 1909 aus dem ursprünglichen Stuttgarter Tagblatt hervorgegangen, war eine liberale Tageszeitung. Später zunächst von Robert Bosch aufgekauft, um  sie vor einem drohenden Rechtsruck zu bewahren, wurde sie schließlich – wie alle deutschen Publikationen  damals – doch von den Nazis instrumentalisiert. Nach dem Krieg trat die StZ an ihre Stelle und ließ die demokratische und unabhängige Pressekultur wieder aufleben. Doch die Vielfalt der Meinungen und Perspektiven hat, bei allem Verdienst, durch die seither währende Hegemonie der StZ und ihrer Schwester, den StN, merklich gelitten. Wir möchten an die liberale und kritische Vorkriegstradition des ursprünglichen  Tagblatts anknüpfen. Mit dem Stuttgarter Tagblatt wollen wir eine Alternative bieten, die das vorhandene Angebot an Information und Kommentierung von Stuttgarter Themen sinnvoll ergänzt.

So gingen wir ans Werk und im September 2010 online. Und gleich zu Anfang ging es hoch her. Kaum hatte das StT den Betrieb aufgenommen, wurde der Schlossgarten zum Schlachtfeld, geriet Stuttgart in den Fokus der nationalen Berichterstattung, schlitterte der VfB in die größte Krise seit 1974/75 und wurden die Kulturschaffenden in der Stadt vor die eine oder andere hohe Hürde gestellt. Nachdem wir in unserer Anlaufphase schon viel positiven Zuspruch von einer rasch wachsenden Leserschaft erfahren haben, möchten wir nun in die Offensive gehen und das StT einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Dafür brauchen wir auch euch Leser – um uns weiterzuempfehlen und natürlich auch, um aus dem StT eine Diskussionsplattform für die Themen zu machen, die Stuttgart bewegen.

Vor einigen Tagen sind wir auf unsere eigene Domain http://www.stuttgarter-tagblatt.net umgezogen – Heimstatt und Markenzeichen des StT. Von dort wird man jetzt nicht mehr auf die WordPress-Domain weitergeleitet, sondern auf neues.stuttgarter-tagblatt.net. Die alten Links funktionieren aber weiterhin. Mit unseren jetzt erweiterten Ressorts und Rubriken möchten wir dem ganzheitlichen Anspruch des StT gerecht werden. Herzstück bleiben aber nach wie vor der kritische Kommentar und die tiefgründige Analyse. Dabei sind wir immer dankbar für Hinweise und Kritik unserer Leser.

Der Blick von außen wird durch die Arbeit unserer Stuttgarter Autoren – vor allem im Feuilleton – ergänzt. Markus Heiser, der schon in der Vergangenheit durch stimmungsvolle Konzertkritiken auf sich aufmerksam gemacht hat, wird sich vorwiegend um zeitgenössische Musik kümmern. Nadine Kreuzberg – die wir  hiermit herzlich als Autorin begrüßen – wird neben dem jungen Nachtleben auch die altehrwürdige hohe Kultur im Auge behalten. Wir sind sehr froh, solche kritischen Geister und Freunde der spitzen Feder als Autoren gewonnen zu haben.

2011 verspricht weiter spannend zu bleiben. Quo vadis Stuttgart21? Was bedeutet die Landtagswahl im März für Stuttgart? Kann der VfB die Klasse halten? Kann Stuttgart die Künstlerwaggons behalten oder einen würdigen Nachfolger für Hasko Weber finden? Das sind nur einige der Fragen, die uns in den kommenden Monaten beschäftigen werden. Bisher goutieren schon einige Tausend Leser unsere Bemühungen um die fundierte Kritik. Wir würden uns wünschen, dass diese Leser auch kräftig ihre eigene Meinung mit einbringen – und vielleicht ihre Familie, Freunde und Bekannte ebenfalls dazu anregen würden.

Viel Freude beim Lesen und Weiterempfehlen wünscht

Die Chefredaktion

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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