Keiner kennt den Mappus

OsPo. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, ist Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) außerhalb des ‚Ländle‘ nicht sehr bekannt. 68 Prozent der Befragten einer bundesweiten Forsa-Umfrage konnten mit seinem Namen nichts anfangen. Auf den ersten Blick scheint das wenig schmeichelhaft für Mappus, stellt Bekanntheit doch einen wesentlichen Faktor für den Erfolg eines Politikers dar.

Hemdsärmelig: Stefan Mappus. Foto: Jacques Grießmayer

Andererseits möchte man rufen „Chapeau, Herr Mappus!“. Denn trotz der politischen Auseinandersetzung um Stuttgart21 und der medialen Großoffensive, die ganz Deutschland von den Verfehlungen der Landesregierung unterrichtete, hat er es offenbar irgendwie geschafft, seinen Kopf einigermaßen aus der Schusslinie der überregionalen Aufmerksamkeit zu halten. Man vernimmt kaum auf ihn persönlich bezogene Kritik und auch der Untersuchungsausschuss zum „Schwarzen Donnerstag“ konnte ihm nicht wirklich etwas anhaben.

Doch halt: Von denjenigen, die ihn kennen – immerhin 32 Prozent aller Befragten – befürworten wiederum lediglich 22 Prozent seine Arbeit.  Keiner mag den  Mappus. Will ihm Volkes Stimme da etwa durch die Blume – sie riecht streng – nahelegen, seine bundespolitischen Ambitionen, sofern vorhanden, schnell wieder zu vergessen? Für Mappus könnte das bedeuten: Je weniger bekannt, desto weniger unpopulär. Ist es also gar kühle Berechnung, werden die Bekanntheitswerte bewusst im Keller gehalten? Es könnte sein, dass sich da ein neuer Trend abzeichnet: Wer mich nicht kennt, kann auch nicht gegen mich sein. In der Anonymität liegt die Chance. Früher hat Stefan Mappus mal Telefone bei Siemens verkauft – warum nicht back to the roots? Es könnte ja gut sein, dass er ab dem 27. März viel Freizeit haben wird.

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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Eine Antwort zu Keiner kennt den Mappus

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