Vorstand raus?

OsPo. Mittlerweile regt sich auch öffentlich Widerstand gegen die Politik der Vereinsführung des VfB Stuttgart. Bei der gestrigen 3:5-Niederlage gegen Bayern München blieb es nicht bei den wütenden „Vorstand raus“-Rufen aus dem Publikum während des Spiels. Vor Beginn der Partie wurden von Fans Flugblätter verteilt, auf denen zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geworben wird. Dort soll die Vereinsführung, allen voran der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt und der Präsident Erwin Staudt, dann per Vertrauensfrage entmachtet werden.

Nach Meinung vieler Fans und auch Experten ist deren Politik maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Verein sich seit der Meisterschaft 2007 immer weiter nach unten orientieren musste. Die Chancen, die der Titelgewinn und die zweimalige Teilnahme an der Champions League boten, wurden nicht genutzt. Der Verein steht heute zwar finanziell gesund da, im sportlichen Bereich hat man sich aber eher zurück entwickelt.

Bereits seit Monaten weist auch das Stuttgarter Tagblatt wiederholt auf die von den Bossen zu verantwortenden Probleme hin, die die wiederkehrenden Krisen hauptsächlich verursachen. Der Unmut der Anhänger, der nun auch konzertiert und massiert nach außen dringt, dürfte die Verantwortlichen jedoch vorerst wenig kümmern. Die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erfordert die Unterschriften von einem Drittel aller stimmberechtigten Mitglieder.

Weiter stellt sich die Frage, ob eine Abberufung der Bosse kurzfristig überhaupt vorteilhaft wäre. Schließlich sind keine passenden Alternativen in Sicht. Und ein Machtvakuum könnte bei der gegenwärtigen sportlichen Situation der ersten Mannschaft fatale Auswirkungen zeitigen. Die Fans sowie die Führung und die Mannschaft wären momentan gut beraten, alle verfügbaren Kräfte zu bündeln, um den drohenden Abstieg aus der ersten Bundesliga zu verhindern. Ist dieses Horrorszenario abgewendet, kann man immer noch die Frage stellen, wie es weitergehen soll.

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Über Oskar Powalka

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums in Linguistik und Anglistik hat sich Oskar Powalka nun der Literaturwissenschaft zugewandt. Er ist nebenbei als freier Redakteur und Lektor tätig. Als Chefredakteur beim Stuttgarter Tagblatt (StT) kümmert er sich um die Ressorts Sport und Feuilleton.
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