Das Tagblatt ruht

Liebe Leser,

wegen anderweitiger Verpflichtungen und der daraus entstehenden Zeitnot muss die Redaktion das Projekt Stuttgarter Tagblatt leider vorerst einstellen. Wir bedauern das, hoffen aber, dass zu gegebener Zeit eine Wiederbelebung mit umso mehr Elan und Verstärkung möglich sein wird.

Veröffentlicht unter Editorial | Kommentar hinterlassen

Gesellschaftlicher Auftrag: nicht erfüllt

OsPo. Schon seit Monaten schwebt das Gespenst der Zusammenlegung über den beiden großen Orchestern des SWR. Eine Maßnahme wäre das, die einer kulturellen Bankrotterklärung gleichkäme. SWR-Intendant Peter Boudgoust stellt sie gleichwohl als quasi alternativlos dar – der SWR müsse sparen, und da seien die Orchester ganz oben auf der Liste. Ohne Zusammenlegung müsse man die Etats beider Klangkörper drastisch reduzieren und diese so zur „künstlerischen Bedeutungslosigkeit“ verdammen. Abgesehen davon, dass eine solch normative Aussage jedes Kunstverständnis vermissen lässt – es ist wahr, Kunst und Kultur brauchen Geld.

Nun kann auch Boudgoust nichts dafür, dass Einsparungen gefordert sind. Und schließlich ist der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht die Produktion, sondern die Verbreitung von Kultur. Insofern liegt es nahe, hier bei Bedarf den Rotstfift anzusetzen. Objektiv betrachtet kann es jedoch einfach nicht infrage kommen – schließlich hält etwa Stuttgart mit seinen Kultureinrichtungen von Weltrang, zu denen auch das Radiosinfonieorchester zählt (Stichwort: Stuttgart Sound), einiges auf sich. Und auch das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg hat internationales Renommee und die Eigenständigkeit verdient.

Was also ist zu tun? Die Sparpläne stammen von Boudgousts Vorgänger und sind fast ein Jahrzehnt alt. Nicht nur die Orchester sind betroffen, sondern alle Bereiche des SWR. Hier wird deutlich, dass es um eine politische Entscheidung von allererster gesellschaftlicher Bedeutung geht: An Kultur sparen ist verwerflich. Wenn aber, wie seit Jahren der Fall, der Sparkurs zulasten der allgemeinen medialen, journalistischen und kulturellen Vielfalt und Qualität geht – dann ist klar, dass es eines grundlegenden Umdenkens bedarf. Boudgoust sagt: „Radikale Schnitte sind uns wesensfremd, der Sender hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern“. Nicht nur denen, ist da hinzuzufügen: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen gesellschaftlichen Auftrag und eine Verpflichtung der Öffentlichkeit und allen Bürgern gegenüber. Damit der SWR diesen weiter nachkommen kann, muss dem Sparkurs endlich Einhalt geboten werden.

Veröffentlicht unter Feuilleton, Kommentar | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Kontext macht weiter!

OsPo. Die Macher der Kontext:Wochenzeitung haben es geschafft, die erforderliche Anzahl neuer „Abonnenten“ für Ihre Idee zu gewinnen. So ist der Betrieb der unabhängigen Online-Publikation, der jüngst infrage stand (das Stuttgarter Tagblatt berichtete), vorerst gesichert. Das StT freut sich über diese gute Nachricht und gratuliert Kontext herzlich!

Veröffentlicht unter Feuilleton, Nachrichten | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Kontext sieht (noch nicht) schwarz

OsPo. Die Kontext:Wochenzeitung braucht finanzielle Unterstützung, um weiter die Fahne des ‚guten‘ Journalismus in Stuttgart hochzuhalten. Den Machern der Online-Publikation geht ansonsten in Kürze das Geld aus. Kontext finanziert sich nicht über Werbung oder Lobbyarbeit zulasten von Unabhängigkeit und Integrität (wie andere, wohlbekannte Blätter) und bietet trotzdem seit gut einem Jahr solide recherchierte und wohlformulierte Inhalte.

Ein Angebot ganz nach dem Geschmack aller also, die kritisch denken und mit kritischen journalistischen Texten versorgt sein wollen. Trotz der grundsätzlichen Kostenfreiheit des Online-Angebots ist das Fortbestehen desselben nun an die Bereitschaft der Leser geknüpft, monatlich einen festen Betrag an Kontext zu überweisen. Ab zehn Euro ist man dabei – nicht zuviel für die Möglichkeit, ein zum wichtigen Bestandteil der Stuttgarter Presselandschaft gewordenes Projekt am Leben zu erhalten.

Der Aufruf zur Beteiligung ist hier zu finden: Warum Sie hier schwarz sehen …

Veröffentlicht unter Feuilleton, Kommentar | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Labbadias Taktik fruchtet

MoH. Lange Zeit gab es über die Qualität des VfB-Spiels unter Bruno Labbadia nicht viel Gutes zu berichten (auch das StT kommentierte). Doch in den vergangenen Spielen bot sich ein etwas anderes Bild: Schon das 4:4 in Dortmund hatte für Aufsehen gesorgt. Die Experten von spielverlagerung.de erklären jetzt, warum der VfB gegen das desolat auftretende Werder Bremen am Freitag so ungemein dominant agieren konnte.

„Ein großer Vorteil von Labbadias System ist die Schaffung zahlreicher Dreiecke in der gegnerischen Hälfte. Da die Außenverteidiger sich recht hoch postieren, hat Stuttgart auf den Flügeln praktisch immer eine 2-2 Stellung: Der Außenverteidiger wird vom fallenden Hajnal oder einem Sechser horizontal neben ihm unterstützt, vor ihnen agieren der nach innen ziehende Außenstürmer und Mittelstürmer Ibisevic. Es ergeben sich verschiedene Wege, mit dieser Stellung über die entstehenden Dreiecke Chancen zu kreieren: Das können Ablagen des Stürmers auf den Mittelfeldspieler sein, oder auch Schnittstellenpässe in die Gasse zwischen gegnerischem Außen- und Innenverteidiger. […] Dazu wird das zuletzt gewonnene Selbstvertrauen effektiv für ein leidenschaftliches Pressing genutzt.“ (Quelle: spielverlagerung.de)

Diese beeindruckende, aber auch hoch riskante Spielweise verspricht viele Tore – ist der Gegner offensiv gefährlicher als die harmlosen Bremer kann es also auch Gegentore hageln, siehe das Dortmund-Spiel. Gegen den BVB konnte der VfB noch von Glück reden, dass deren Chancenauswertung schlecht war. In anderthalb Wochen geht es zu den effektiven Bayern nach München. Das wird die Nagelprobe dafür, ob Labbadias System auch höheren (europäischen) Ansprüchen genügt.

Veröffentlicht unter Sport, Tellerrand | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen